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Das Leben ist das empfindlichste Gut eines jeden Menschen in jeder Gesellschaft. Und deshalb stehen wir zu Allerheiligen im Geiste bei denen, denen das Leben auf brutalste Art genommen wurde. Die Kultur des Erinnerns, des formalen Gedenkens, stellt sich diametral gegen die Dummheit des Vergessens. Die Erinnerung an Leid und Tod ist niemals Kriegsverherrlichung, sondern sie soll und muss uns verpflichten aus der Vergangenheit zu lernen. Wer sich der Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt sie zu wiederholen. Das aber möge niemals passieren, denn das unendliche Leid nach 2 schrecklichen Weltkriegen mag man sich gar nicht mehr vorstellen. Unser Österreich kann nur dann ein sicheres Land sein, wenn es ein wehrhaftes ist. Derzeit ist das leider nicht wirklich der Fall, denn Jahrzehntelang haben unfähige Politiker uns einzureden versucht, dass es nie mehr Krieg geben wird. Das Gegenteil ist passiert. Ukraine: Der Krieg dort ist relativ nahe. Die Grenze zur Schweiz ist weiter weg, als die Grenze zur Ukraine – von Wien aus gemessen. Im Nahen Osten lodern weiterhin die Flammen des Krieges und in Taiwan ist es nur mehr eine Frage der Zeit, bis ein Krieg auch dort beginnt. Und für die baltischen Staaten schrillen sämtliche Alarmglocken. Der Krieg ist nicht mehr weit weg und wir tun viel zu wenig, um einen Aggressor davon abzuhalten, durch unser Land durchzumarschieren.

An diesem Tag des Erinnerns findet in allen Gemeinden das Totengedenken statt. Mit Würde und Dankbarkeit und stiller Verbundenheit werden die Gefallenen, Vermissten und Opfer aller Kriege und Opfer von humanitären Einsätzen geehrt. Durch Kränze, Ansprachen und gemeinsames Innehalten zeigen wir, dass das Erinnern lebendig bleibt – getragen von Verantwortung, Gemeinschaft und Ehrfurcht vor dem Opfer derer, die uns vorausgegangen sind. Wir, die wir noch in Freiheit leben dürfen, leben heute – zum Glück – in einem Rechtsstaat, in einer europäischen Demokratie, die sich mehr als 80 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs immer mehr gefestigt hatte. Wir leben in Österreich in einem Land, das die Grundrechte, die Menschenrechte achtet. Diese Demokratie gilt es weiterhin zu festigen, denn das sind wir gerade jenen schuldig, die ihr Leben dafür gegeben haben. Dafür stehen viele von uns vor den Denkmälern der gefallenen Kameraden. Demokratie lebt von der Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Passivität und reines Zuschauen bringt die Demokratie nicht voran, wir müssen sie leben und daran arbeiten.

Freiheit und Demokratie sind es wahrlich wert geschützt zu werden. Frieden braucht Menschen, Frieden braucht Vereine, wie z.B die „Kameradschaft vom Edelweiß“, die das Andenken bewahren, die ihn einfordern und durchsetzen. Dieser Gedenktag für unsere toten Kameraden ruft dazu auf, Krieg, Hass und Gewalt niemals hinzunehmen, sondern stets und überall für unsere Werte einzutreten. Und wenn es denn wirklich so sein sollte: Als Soldat sage ich: Mit der Waffe in der Hand!

Das ist die Botschaft derer, an die wir denken, die wir ehren und vor denen wir uns verneigen.

P. B.

Beirat für WPol im LV

Allerheiligen 2026

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