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Die vom Iran unterstützte Huthi-Milz hat vor wenigen Wochen die gesamte jemenitische Westküste mitsamt den vorgelagerten Inseln am Roten Meer in Besitz genommen. Somit kontrollieren sie den kürzesten Seeweg zwischen Europa und Asien, die Meerenge von Bab al Mandab. Ähnlich wie die Straße von Hormus hat sie eine eminente Bedeutung für den internationalen Seehandel.

Angesichts der sich nun zuspitzenden Lage in dieser Meerenge hat Italien angekündigt, die Durchfahrt italienischer Schiffe mit ihrer Marine zu gewährleisten. Italien will dabei nicht auf die gemeinsame Entscheidung der EU warten, teilte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto mit. „Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen. Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische Entscheidungsverzögerungen eine ohnehin schon komplexe Situation verschärfen“, so der Minister.

Seit 2024 ist die EU mit der Mission „Eunavfor Aspides“ im Roten Meer tätig – eine defensive Operation zur Sicherung der freien Schifffahrt. Eine italienische Fregatte ist bereits vor Ort, offiziell unter EU-Mandat. Die Regierung in Rom will nun prüfen, ob das Parlament die Einsatzregeln für die Marine neu beschließen müsste. Die rechtlichen und politischen Hürden für einen Alleingang dürften hoch sein – ein diplomatischer Affront in Richtung Brüssel ist es
ganz sicher. Italien könnte dadurch versuchen, die EU schneller zum Handeln zu bewegen, denn das Land wäre wirtschaftlich stark betroffen, sollten die Reedereien den afrikanische Kontinent umfahren müssen.

Schiffsbetreiber wie Kapitäne wissen seit Jahren, dass die Route vom Arabischen Meer über das Rote Meer und durch den Suez-Kanal ins Mittelmeer einer der gefährlichsten Wege der Welt für die Schifffahrt ist. Und das nicht nur wegen der seit Jahren vorhandenen Piraterie vor der Küste Jemens, vor der sich seit geraumer Zeit viele Schiffe mit privaten Kräften für ihre Sicherheit schützen. Denn auch die Huthi-Miliz hat bereits seit Jahren damit begonnen auf Handelsschiffe zu schießen – aus Solidarität mit der islamistischen Terrormiliz Hamas im Gaza-Streifen.

Italien zeigt es vor, dass ein Angriff auf die internationale Seeschifffahrt nur mit harter Gegenwehr zu begegnen ist. Und tausende Beamte in diversen Brüsseler Bürotürmen mögen ihre Ärmelschoner ablegen und ihre Arbeit etwas rascher erledigen. Die Seeschifffahrt – nicht nur die italienische – würde es ihnen danken.


P. B.
Beitat für WPol im LV
September 2026

Foto: Marina Militare

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