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Serbien ist weder EU- noch NATO-Mitglied und sein Präsident Aleksandar Vucic verfolgt bis dato einen geopolitischen Spagat – sehr zum Granteln durch Brüssel.

Nun will der Präsident seine Armee verstärken, modernisieren und aufrüsten. Einerseits kauft Serbien Kampfflugzeuge in Frankreich, hält gemeinsame Militärübungen mit der NATO ab, und kauft andererseits Hyperschallraketen vom Typ CM 400 aus China. Vucic: „Wir haben einen kleinen Rabatt bekommen, aber das sind sehr teure und sehr effektive Raketen“.

Serbien kauft seit einiger Zeit bei unterschiedlichen Ländern für seine Armee ein, aber 60 % kommt doch aus China. Dass die Raketen neu im Arsenal sind sollte eigentlich geheim bleiben. Vucic hält den Kauf für gerechtfertigt, wegen mutmaßlicher Gefahr von außen. Dabei bezieht er sich konkret auf die militärtechnische Kooperation, die das NATO-Land Kroatien, das NATO-Land Albanien und Kosovo vor mehr als einem Jahr gegründet haben. „Dieses militärische Bündnis richtet sich direkt gegen Serbien. Es gibt keinen anderen Grund, warum dieses Bündnis gebildet wurde. Und dann waren sie überrascht, als sie gesehen haben, dass wir Raketen haben“, erklärt Vucic. Und weiter: „Man könne und wolle natürlich keine NATO-Länder angreifen und Serbien werde der NATO nicht beitreten. Aber wir werden unsere Neutralität bewahren und wir haben korrekte und gute Beziehungen und werden sie weiter ausbauen“.

Es ist nicht neu, dass Vucic ein Narrativ bedient, wonach Serbien aus allen Richtungen bedroht sei. Die Kroaten sollen angeblich die Studentenproteste unterstützen, um ihn zu stürzen, und das serbische Minderheitenproblem im Kosovo ist eine never-ending-story.

Einerseits lässt dieser Raketenkauf also aufhorchen. Andererseits bleibt die Rhetorik dahinter ein bekanntes politisches Spiel. Beobachter sehen darin unter anderem den Versuch von Vucic, Stärke nach innen zu demonstrieren. Und die braucht er mehr denn je.


P. B.
Beirat für WPol im LV
März 2026

Foto: iStockphoto.com

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