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Gestern besuchte eine Abordnung der Kameradschaft vom Edelweiß ihr ältestes Mitglied Anton Schneebacher im Seniorenzentrum Kastanienhof. Anton Schneebacher, welcher gerade im 100. Lebensjahr steht, ist auch Gründungsmitglied des Ortsverbandes Groß St. Florian.

Besonders beeindruckt haben seine Erzählungen aus seiner Zeit bei der deutschen Kriegsmarine. Er rückte im letzten Kriegsjahr bei der Marineersatzabteilung 5 ein. Dort wurde er auf Sylt ausgebildet, wo er im Anschluss mit seiner Kompanie im Fußmarsch in den Norden Dänemarks verlegte, um als Wachsoldat Stützpunkte zu bewachen. Herr Schneebacher wurde am K98, am MG42 und am Flammenwerfer ausgebildet. Die langen Fußmärsche entlang der dänischen Küste sind ihm heute noch gut in Erinnerung.

Als sie zu Kriegsende in britische Gefangenschaft gerieten, wurden sie in Schleswig-Holstein interniert. Die Verpflegung dort war ausreichend.

Einen besonderen kameradschaftlichen Moment hatte Herr Schneebacher mit einigen seiner Kameraden in München auf der Heimreise nach Österreich, welche von alliierten Soldaten begleitet und koordiniert wurde. Ein schwarzer Soldat der amerikanischen Streitkräfte fragte sie: „Kameraden, habt ihr Hunger?“ Daraufhin holte er einen Laib Brot aus dem Brotbeutel und teilte ihn mit den deutschen Soldaten.

Weniger begeistert wurden sie am Bahnhof in Salzburg empfangen. Anrainer bewarfen die Soldaten mit faulen Kartoffeln, Eiern und Tomaten, sodass sie die Fenster der Waggons schließen mussten. Herr Schneebacher meinte dazu mit einem Lächeln: „Über so einen Empfang haben wir uns gefreut, da wir mit so hochwertigen Sachen bombardiert worden sind.“

Interessant ist, dass Herr Anton Schneebacher bis Ostern 1946 seine Wehrmachtsuniform mit allen Abzeichen im Alltag trug. Da Partisanen nach Kriegsende geplündert hatten, hatte er nicht einmal mehr ein Taschentuch. Erst im Frühling 1946 ließ seine Mutter aus ihrem ältesten Rock und ihrer Bluse eine Bekleidung für ihren Sohn schneidern.

Herr Schneebacher freute sich über den Besuch seiner Edelweißkameraden, bedankte sich für die Geschenke und vor allem für das nette Gespräch.

Wir wünschen unserem ältesten Mitglied weiterhin viel Gesundheit!

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