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Für Europas Ultrarechte ist die Situation in der spanischen Exklave Ceuta ein gefundenes Fressen: Das linke Spanien wird mit einer selbstverschuldeten Migrationskrise bestraft. Etwa 70.000 Menschen überquerten vor einigen Wochen illegal die Grenze von Marokko.

Spanien schickte zwar schnell Militär und Spezialpolizei, doch für die extremen Rechten scheint die Lage ihr Narrativ zu bestätigen: Europa wird von Migranten überrannt.

Spanische Ultrarechte waren sehr schnell vor Ort, denn die Anreise ist ja nur eine kurze. So machten sich etwa Vertreter der spanischen Neonazi-Gruppe Nucleo Nacional und die spanischen Rechtsaußenpolitiker Santiago Abascal und Alvise Pérez auf den Weg in die Exklave, um vor Ort zu berichten und Aufnahmen in den sozialen Medien zu teilen. Auch der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner von der Identitären Bewegung soll dort gewesen sein.

Angesichts der Tatsache, dass etwa 70.000 in Ceuta ankamen, sprechen diese Leute von einer „Invasion“ oder gar von einem „Krieg gegen Europa“. Das rechte deutsche Medium „Nius“ schreibt von einer „islamistischen Invasion“ und es wird behauptet, dass Ceuta in eine muslimische Stadt verwandelt werden solle.

Schuld an allem sind laut den Rechtsextremisten die linken Regierungen in Europa, allen voran der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez aufgrund seiner linken Politik. Positiv hervorgehoben wird aber die spanische Militärpräsenz, die die „Festung Europa“ verteidige.

In der Zwischenzeit hat sich die Lage wieder normalisiert, denn die große Masse ist in ihre Heimat Marokko zurückgekehrt. Geblieben sind Minderjährige ohne Begleitperson und Migranten aus Schwarzafrika. Mehr als 70 Menschen sind ertrunken.

P. B.
Beirat für WPol im LV
August 2026

Foto: Pixaby

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