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Diese Worte sagte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius, nachdem US-Präsident Trump mehrere europäische Staaten aufgerufen hatte, den USA bei der Öffnung der Straße von Hormus behilflich zu sein. Natürlich ist eines schon klar: Kein einziges europäisches Land wurde vorher informiert, dass die USA gemeinsam mit Israel in einen Angriffskrieg gegen den Iran starten werden. Und jetzt, da die beiden Angreifer in einem Dilemma stecken und die vom Iran mit Seeminen, Raketen und Drohnen gesperrte Straße von Hormus allein nicht öffnen können, haben mehrere europäische Staaten Trumps Bitte mit manch scharfem Ton zurückgewiesen.

Durch die Blockade dieser Seeenge, durch die in Friedenszeiten mehr als ein Fünftel der globalen Öltransporte verschifft wurde, betrifft natürlich auch Europa. Die gesamte Weltwirtschaft spürt die Folgen: Die Energiepreise steigen in lichte Höhen, Dünger und Lebensmittel werden teurer und die Inflation zieht an.

Es wäre auch anders gegangen, vor allem klüger und Trumps Hilfeansuchen nicht so schroff abzulehnen. Man hätte zumindest einige Minenräumboote entsenden können, denn Europa hat nach Asien das größte Interesse, dass Öltransporte die Straße von Hormus wieder ungehindert passieren können. Die USA selbst sind eigentlich nicht darauf angewiesen, zumal sie sich selbst ausreichend mit Energie versorgen können.

Donald Trump wird sich das merken. Für ihn war die NATO schon immer eine einseitige Angelegenheit. Jetzt hat sich der Eindruck bei ihm verfestigt: Die USA sollen ihren Schutzschirm permanent über Europa halten, wenn sie aber auch nur einmal um Assistenz oder Hilfe bitten, dann kommt nichts – außer Ablehnung in rüdem Ton.

Allgemein ist es bekannt, dass Europa nicht in der Lage ist, sich selbst gegen einen atomaren russischen Überfall zu verteidigen. Man ist auf Amerika angewiesen. Und vermutlich wird Trump uns dies schon bald spüren lassen. Denn er kann bezüglich Ukraine sagen: „Das ist nicht mein Krieg“. Schlau waren die Ukrainer: Mit einem cleveren Schachzug haben sie sich solidarisch gezeigt und den Golfstaaten Unterstützung bei der Abwehr von Drohnenangriffen offeriert. Seit mehr als 20 Jahren hat der Iran die Sperre der Straße von Hormus angedroht und hat dieses Szenario auch geübt. Trump ist darüber höchst überrascht, obwohl das Pentagon nicht nur einmal davon gewarnt hatte. Offenbar wollte Trump davon nichts hören und hofft nun auf den Zusammenbruch der Islamischen Republik. Der ehemalige Führer ist tot und der neue nirgends zu sehen – aber das Regime funktioniert auch ohne Kopf.


P. B.
Beirat für WPol im LV
März 2026

Foto: Bundeswehr Flickr.com

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