Dass Präsident Trump an einem Tag zwei konträre Meinungen äußert, haben wir bereits öfters vernommen. Am Morgen will er die iranischen Kraftwerke vernichten und am Abend denkt er über Möglichkeiten nach, um den Krieg zu beenden. Kaum hat er das ausgesprochen, hat er seine ultimative Drohung, die iranische Infrastruktur zu bombardieren, um fünf Tage verschoben. Es gäbe nun „detaillierte und konstruktive“ Gespräche mit der iranischen Führung und – man glaubt es kaum – auf etwa 15 Punkte hätte man sich geeinigt, wobei der Iran zugestimmt habe, „für immer“ auf Atombomben zu verzichten.
Die offizielle iranische Regierungslinie spricht nur von fake news, denn Trump wolle mit seinen Worten nur die Energie- und Finanzmärkte beruhigen. Von den im Hintergrund agierenden Quellen ist jedoch zu erfahren, dass sowohl die Türkei als auch Pakistan als Vermittler aufgetreten seien. Verwunderlich wäre es nicht, zumal die militärischen Kapazitäten des Iran zum Großteil zerstört wurden und vom Großen Führer abwärts – falls er noch lebt – die iranische Führungsmannschaft dezimiert scheint. Außerdem ist man versucht alles zu unternehmen, um nicht im nächsten Halbjahr einem neuerlichen Bombardement anheimzufallen.
Die Sperre der Straße von Hormus und die Bombardierung der Ölanlagen in den VAR sind sicherlich die stärksten Druckmittel, die der Iran derzeit hat. Energiepreise steigen, Transportkosten steigen, Lieferketten brechen, Waren für den täglichen Bedarf steigen, auch in den USA, und das kann auch Trump überhaupt nicht brauchen. Der Krieg ist auch an den amerikanischen Zapfsäulen angekommen und im Herbst sind mid-terms-Wahlen.
Haben sich endlich jene in der US-Administration durchgesetzt, die dem Ganzen ein Ende bereiten wollen? Denn es könnte ja noch schlimmer kommen. Im Roten Meer könnte der Iran seine verbündeten Houthi -Milizen von der Leine lassen und der Schiffsverkehr im Roten Meer wäre lahmgelegt. Aber es gäbe ein noch schlimmeres Szenario: China könnte die Gunst der Stunde nutzen, um Taiwan in die Knie zu zwingen. Nein, keine Bomben, keine Raketen, keine Landungsboote. Ganz einfach eine totale Seeblockade – so wie sie es oftmals schon geübt haben. Die Konsequenzen für die Weltwirtschaft wären fatal, denn TMSC, die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, produziert weltweit 70 Prozent aller modernen Computerchips. Und die benötigt man, um Halbleiter herzustellen. Eskaliert der Taiwan- Konflikt, platzt die KI-Blase, und die Welt stürzt in die Rezession.
P. B.
Beirat für WPol im LV
März 2026
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