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Gemäß Bundes-Verfassungsgesetz obliegt dem österreichischen Bundesheer die militärische Landesverteidigung und ist nach den Grundsätzen eines Milizsystems einzurichten. Soweit – so gut. Doch heutzutage wird vielfach die Frage gestellt, ob denn unser Heer wirklich in der Lage wäre unsere Heimat zu verteidigen und die Antwort lautet: Leider nein. Angenommen es käme in etwa zwei Wochen zu einem Ernstfall, so wären maximal 4000 Soldaten vorhanden, die wirklich das Kämpfen beherrschen. Das sind die KPE- und Jagdkommandosoldaten, obwohl doch etwa 40.000 vorhanden wären. Aber diese sogenannten Systemsoldaten für Nachschub, Militärmusik, Instandhaltung, Verwaltung, Ämter, Schulen etc. werden niemals zu echten Kämpfern.

Im ÖBH muss unterschieden werden zwischen dem reinen Personalstand und jenen, die tatsächlich für den Kampf jederzeit einsetzbar wären. Das ÖBH verfügt derzeit über etwa 21.800 Planstellen und davon entfallen auf:
➢ Berufs- und Zeitsoldaten maximal 15.000 Personen
➢ Grundwehrdiener etwa 7.000 (fluktuierend, je nach Einrückung)
➢ Zivilbedienstete in Verwaltung, Werkstatt, Küche etc. ca 7.500
➢ Miliz (Reserve) in der Theorie etwa 25.000, die im Ernstfall beordert werden könnten,
dann aber mindestens sechs Wochen intensiv für den Kampf trainiert werden müssen.
Bei den wirkliche Kampfsoldaten – und nur diese stellen eine Kampfkraft dar – für Infanterie, Pioniere, Panzer, Spezialeinsatzkräfte schaut das Ergebnis leider schlecht aus, weil von den rund 14.000 aktiven Berufssoldaten nur etwas mehr als ein Drittel wirklich „an der Waffe“ in einer Kampfkompanie tätig ist. Den großen Rest findet man bei Instandhaltung, Logistik, IT, Sanität, Ausbildung, Ministerium und Ämter.

Dieses Verhältnis zwischen Kämpfern und Unterstützern ist in Österreich im Vergleich mit anderen Armeen ziemlich schlecht. Der Grund? Wir haben veraltete Strukturen, denn viel zu viele Ressourcen fließen in den riesigen Verwaltungswasserkopf und veraltete Kasernareale. Außerdem sind viele Soldaten im Grenzschutz und bei Auslandseinsätzen gebunden, was zwar eine militärische Leistung darstellt, aber für den klassische Kampf stehen sie nicht zur Verfügung bzw. können dafür nicht trainieren.

Faktum ist: Die Kampfkraft im ÖBH ist derzeit viel zu schwach! Möglichkeiten diese zu stärken gäbe es. Aber bisher fehlte es am Wollen.


P. B.
Beirat für WPol im LV
Februar 2026

Foto: Bundesheer

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