Wer auch immer die russische Rüstungsindustrie negativ beurteilt, der liegt falsch. Das vor einigen Jahren entwickelte Iskander-M-System ist eine ballistische Kurzstreckenraketenplattform, die Ziele bis zu einer Entfernung von 500 Kilometern treffen kann – und zwar sehr genau. Es kann sowohl konventionelle als auch nukleare Sprengköpfe tragen und ist für Präzisionsschläge gegen befestigte Stellungen, Kommandozentralen, Luftabwehrstellungen und Truppenkonzentrationen ausgelegt. Das System war während des gesamten Kriegsverlaufes eines der wichtigsten Mittel Russlands, um tief hinter den ukrainischen Linien wirkungsvolle Schläge zu führen.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte jüngst, dass seine Aufklärungseinheiten ein ukrainisches Drohnenregiment in der Nähe des Dorfes Vavarovka ausfindig gemacht hätte und den Befehl gegeben hat, einen Angriff mit dem operativ-taktischen Raketensystem Iskander-M zu starten. Das Ministerium veröffentlichte auch Videoaufnahmen des Angriffs, die den Abschuss und den vermeintlichen Einschlag auf die Zielposition zeigen. Russische Beamte behaupteten, dass der Angriff etliche ukrainische militärische Güter zerstört und auch ukrainisches Militärpersonal neutralisiert habe. Von ukrainischer Seite wurden keine Angaben zu diesem Militärschlag getätigt. (Quelle: militarywatchmagazine.com).
Ein weiterer bemerkenswerter Angriff mit Iskander-M-Raketen erfolgte im Jänner 2024 auf überwiegend französische Spezialisten, die an hochtechnisierten Kampfsystemen arbeiteten. Russische Staatsmedien berichteten damals, dass etwa 60 Personen getötet worden seien und etliche weitere schwerst verwundet wären.
Ukrainische Offiziere haben häufig geklagt, dass die Luftabwehrsysteme des Landes, darunter das MIM-104 Patriot, nur sehr begrenzt in der Lage sind, Iskander-M-Angriffe abzufangen, wobei Verbesserungen am russische Raketensystem die Abfangraten weiter verringert haben.
P. B.
Beirat für WPol im LV
November 2025
