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Bis heute gibt es keine offizielle Bestätigung dafür, dass bereits vor 10 Tagen durch einen iranischen Drohnenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan 12 US-Soldaten schwer verletzt wurden, zwei US-Tankflugzeuge beschädigt und ein US-Aufklärungsflugzeug vom Typ Boeing E-3 Sentry (Awacs) zerstört wurde.

Mit diesen Awacs-Maschinen können die US-Streitkräfte über hunderte Kilometer hinweg den Luftraum überwachen und Ziele punktgenau identifizieren. In der modernen Kriegsführung, in der unterschiedlichste Waffensysteme am Boden und in der Luft miteinander kommunizieren, sind Awacs-Flugzeuge ein essenzielles Bindeglied. Üblicherweise sind während großer Missionen, wie gerade im Iran, ständig auch diese Radar-Jets in der Luft, um Informationen für Bomber, Jagdflugzeuge und die Flugabwehr am Boden zu sammeln. Sie selbst halten sich dabei mit großem Abstand im Hintergrund, die Maschinen sind unbewaffnet.

Auf den Typ Boeing E-3 setzen nicht nur die USA seit Jahrzehnten, sondern auch die Nato insgesamt. Sie unterhält im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen gar ein eigenes multinationales Kommando mit 14 dieser fliegenden Überwachungsstationen. Ihre Bedeutung hat im Laufe der Zeit jedoch abgenommen, weil inzwischen Satelliten viele der Aufgaben wahrnehmen können.

Der Verlust eines solchen Fliegers ist für die USA eine peinliche Schlappe, sollte aber ihre militärischen Fähigkeiten nicht einschränken, weil die verbleibenden Maschinen diese Lücke füllen könnten – eigentlich. Auf dem Papier haben die USA 31 dieser Maschinen, praktisch könnte es aber auch nur die Hälfte sein, wie das Fachmagazin „Air and Space Forces“ schreibt. Die alternden E-3 Flugzeuge fallen immer häufiger aus, die Ausmusterung ist eigentlich schon angelaufen. Das heißt auch, dass die jetzt zerstörte Maschine nicht einfach nachproduziert werden kann.

Im Falle eines großen Konflikts mit China oder Russland in den kommenden Jahren, könnte man sich womöglich noch wünschen, man hätte keine teuren Awacs-Flieger leichtfertig auf einer Airbase, 100 Kilometer südlich von Riad, von einer vermutlich wenige 10-tausen Dollar teuren Drohne ausschalten lassen.

Vor allem zeigt der Vorfall in Saudi-Arabien, wie unzureichend sich die Planer der US- Militärkampagne offenbar mit der Absicherung ihres Aufmarschgebietes befasst haben: Dass iranische Drohnen eine Air Base mitten in Saudi-Arabien erreichen, hielt man wohl für ein wenig realistisches Szenario – eine massive Fehlkalkulation.

P. B.
Beirat für WPol im LV
April 2026

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