Einige Jahre bevor der 2. Weltkrieg begonnen hatte, waren die politischen Verhältnisse in Spanien äußerst gespannt und verworren. Zwischen 1936 und 1939 tobte in Spanien ein Bürgerkrieg zwischen den Truppen der demokratisch gewählten Regierung der spanischen Republik und den nationalistischen Putschisten unter General Francisco Franco.
Beide Seiten erhielten Unterstützung durch ausländische Truppenverbände und Waffenlieferungen. So versorgte die stalinistische Sowjetunion die sozialistischen und kommunistischen Republikaner, während das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien die Seite der Nationalisten unterstützte. Offensichtlich waren die Truppen, die von General Franco befehligt wurden, nicht in der Lage, die linken Republikaner zu besiegen und der Putschversuch der Nationalisten drohte zu scheitern. Also kam starke Hilfe von den Nationalsozialisten, wobei die Deutsche Luftwaffe, die seit 1935 neu aufgebaut wurde, Kampferfahrung sammeln sollte und neue Luftkampftaktiken ausprobieren wollte.
Ziel des Luftangriffs auf Guernica war eigentlich die Zerstörung einer großen Steinbrücke über den Fluss Oka, um den Truppen Francos eine leichtere Eroberung der Stadt zu ermöglichen und auch um städtische Infrastruktur zu zerstören. Am 26. April 1937 war es die Absicht des Chef des Stabes der Legion Condor, Wolfram von Richthofen, etliche spanische Bataillone zu isolieren und zu vernichten. Bedingt durch Kommunikationsprobleme kam es schließlich zu den Angriffen auf Guernica. Diese Stadt wurde auch deshalb ausgewählt, da sämtliche bisherigen Angriffe auf Bilbao gescheitert waren. In mehreren Angriffsstaffeln wurde Guernica völlig zerstört, wobei 21 Bomber Junkers Ju 52 und 12 Erdkampfflugzeuge
Heinkel He 51den Großteil der Vernichtung ausführten. Zwischen den deutschen Angriffswellen kam auch die italienische Legion mit ihren Bombern Savoia -Marchtii SM 79 zum Zug.
Durch das Großfeuer wurden etwa 300 Menschen sofort getötet und 80 % der Gebäude völlig zerstört. Die Brücke allerdings, die das ursprüngliche Angriffsziel darstellte, wurde von keiner einzigen Bombe getroffen.
Der Angriff und die Zerstörung der Stadt sorgte international für Entsetzen und Symbol für eine grausame, gegen die Zivilbevölkerung gerichtete Kriegsführung. Genauso wie es wenige Jahre später die Alliierten gegen deutsche Großstädte getan haben – Hamburg, Dresden, etc. Und jetzt besucht der Deutsche Bundespräsident Steinmeier samt Gattin mit dem spanischen König Felipe VI. und Königin Letizia diese Stadt, bekennt sich zu deutscher Schuld und bittet um Vergebung und Versöhnung.
Nur ein Jahr nach der Vernichtung der Stadt schuf der spanische Maler Pablo Picasso als Reaktion auf dieses Grauen sein weltberühmtes Gemälde „Guernica“, welches nun im Museum Reina Sofia in Madrid ausgestellt ist.
P. B.
Beirat für WPol im LV
November 2025
