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Seit etliche Jahren ist die Volksrepublik China bestrebt die absolute Vorherrschaft im ostasi- atischen Raum zu gewinnen. Obwohl nicht gewollt, sind die USA mit ihrer unberechenbaren Zollpolitik gegenüber den Staaten Südostasiens dabei, den Chinesen dadurch Hilfestellung zu leisten – die regionale Stimmungslage verschiebt sich in Richtung Peking. Gleichzeitig aber sind die USA weiterhin bestrebt, sich in der Machtkonkurrenz mit China durchzusetzen.


China ist bestrebt, die Staaten des Ostasiatischen Verbandes (Assosiation of Southeast Asian Nations, ASEAN) in seine neue Ordnung einzugliedern. Die Staatenreise von Xi Jinping im April 2025 nach Vietnam, Malaysia und Kambodscha diente einzig dazu, den jeweiligen Regierungen die Loyalität Chinas in Bezug auf gegenseitige Handelsbeziehungen darzulegen.

Der Anspruch Chinas als maritime Großmacht in ganz Ostasien aufzutreten, ist ein unleugbares Faktum. China verfügt im Südchinesischen Meer über drei „Flotten“: Die Marine der Volksbefreiungsarmee, die Chinesische Küstenwache (Chinese Coast Guard, CCG) und die Maritime Volksmiliz. In ihrer jeweiligen Kategorie handelt es sich um die weltweit größten Kräfte der Welt, die China das flexible Operieren innerhalb der Grauzone und unterhalb der Schwelle des Militäreinsatzes ermöglichen. Die CCG wird bei Training, Material und Führung umfassend von der Marine unterstützt und verfügt über die größten Küstenwachschiffe der Welt. Die Maritime Volksmiliz setzt sich aus zivilen Fischern zusammen und deren Fischerboote sind rumpfverstärkt, haben modernstes Navigations- und Kommunikationsequipment sowie auch Wasserkanonen und Handfeuerwaffen.


Satellitenaufnahmen zeigen, wie China seine Maritime Volksmiliz einsetzte, um im Südchinesischen Meer Atolle aufzuschütten, künstliche Inseln baut, um Landebahnen für Kampfflugzeuge zu errichten, obwohl diese Atolle und Korallenriffe von den Philippinen beansprucht wurden und werden. Auch der Zusammenstoß zweier chinesischer Schiffe bei der Verfolgung der philippinischen Küstenwache im August 2025 zeigt, dass die Spannungen weiter bestehen, aber größere regionale Folgen bis dato ausgeblieben sind. Ebenso wie China, holt Vietnam bei der Errichtung künstlicher Inseln im Hinblick auf die erschlossene Fläche gegenüber China immer weiter auf. Ebenso beschädigt es Korallenriffe, die tausenden Meeresbewohnern Schutz und Nahrung bieten. Gleichzeitig überfischen die Anrainerstaaten dieses Fischfanggebiet, da es kein Übereinkommen gibt welche Staaten in welchem Gebiet Fischerei betreiben dürfen.


Trotz zahlreicher Zusammenstöße und militärischer Übungen war auch bisher keine Seite daran interessiert die Handelsschifffahrt durch militärische Eskalation zu beschränken.


P. B.
Beirat für WPol im LV
Februar 2026

Foto: © Chinafotopress/ / Picture Alliance

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