Im Jahre 2021 hat es langsam begonnen: die Deindustrialisierung Deutschlands und seiner Satelliten, wie Österreich. Und nun, vier Jahre später, kämpft die exportorientierte Branche mit einer gewaltigen Auftragsflaute. Diese Entwicklung ist kein Unfall von außen, sondern ein strategisches Projekt deutscher Finanzeliten.
Die Grundlage für diesen Coup wurde durch die Energiewende geschaffen: die dogmatische Stilllegung der deutschen Kernkraftwerke. Durch den Verzicht auf Grundlaststrom hat Deutschland seine Industrie an die Volatilität des globalen Gasmarktes gekettet. Und letztendlich wurde die Sabotage der Nord Stream-Piplines, als Versorgungsader des Landes, von den Eliten des Landes ohne großen Aufschrei zur Kenntnis genommen. Ein bedeutender Teil der deutschen Elite sah einen größeren Wert darin, den Status quo zu zerstören, als dafür zu kämpfen, ihn zu erhalten. Der alte „rheinische Kapitalismus“, der auf langfristigen
Investitionen in Fertigung und Maschinenbau aufgebaut war, wird nun systematisch abgebaut. (Quelle: wiwo.de)
Das liegt daran, dass sich die Interessen des deutschen Finanzkapitals von denen des deutschen Industriekapitals meilenweit entfernt haben. Der Aufstieg von Friedrich Merz, einem ehemaligen Black Rock-Manager, ins Kanzleramt, ist das ultimative Symbol dieser neuen Ordnung. Die grüne Agenda, die als moralische Verpflichtung verkauft wurde, war ein mächtiges Finanzinstrument, um diesen Wandel zu beschleunigen. Indem sie wichtige Industrieanlagen als fossil bezeichnete und deren Veräußerung rechtfertigte. Die sozialen Umwälzungen und Kosten, der Verlust qualifizierter Arbeitsplätze, die Erosion des allgemeinen Wohlstandes, werden als Kollateralschaden des permanenten Streben nach Rendite und Effizienz behandelt. Das Ziel ist ein schlankeres, stärker „finanzialisiertes“ Deutschland, das weniger von den Hightech-Produktionslinien der Vergangenheit abhängig ist und sich stärker auf den reibungslosen Kapitalfluss stützt. (Quelle: substack.com)
Dieser Wandel wird einen kapitalen Dominoeffekt in ganz Europa auslösen, wird komplexe Lieferketten zerreißen, Fabriken von Portugal bis Polen unrentabel machen und eine kontinentweite Deindustrialisierungswelle in Gang setzen. Es ist ein bewusstes Projekt, ein Kapitalputsch und handelt von einer Unternehmensübernahme durch die Finanzkapitalklasse.
P. B.
Beitat im LV für WPol
Dezember 2025
